Fahndung nach Verdächtigen – Kindermord von Herne – Polizei sperrt Schule ab

Streifenwagen in Wetter vor einem Gymnasium: Nach einem Hinweis auf den gesuchten Marcel H. hatte die Polizei die Schule abgesperrt. Foto: Marcel Kusch

Die Polizei sucht mit Hunden und Hubschraubern. Doch Marcel H. – der mutmaßliche Kindermörder von Herne – ist immer noch auf der Flucht.

Wegen der Großfahndung nach dem mutmaßlichen Kindermörder Marcel H. gelten an Schulen und Kindergärten der Stadt Herne besondere Sicherheitsvorkehrungen. Das Jugendamt hat die städtischen Kindergärten aufgefordert, mit den Kindern nur drinnen zu spielen und die Außenbereiche nicht zu nutzen.

Das sagte ein Stadtsprecher am Mittwoch. Notfallseelsorger und Psychologen seien an der Grundschule des getöteten 9-jährigen Jungen, sagte ein Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg. «Der Unterricht aber findet überall statt», sagte Christoph Söbbeler für die Schulaufsicht. Die Schulen seien aufgefordert worden, besonders aufmerksam zu sein.

Die Polizei fahndet bundesweit nach dem 19-jährigen Marcel H. aus Herne, der das Nachbarskind ermordet haben soll. Die Polizei sperrte am Morgen eine Schule in der mehr als 25 Kilometer entfernten Stadt Wetter (Ruhr) ab.

Einsatzkräfte durchsuchten das Gymnasium und forderten die Schüler auf, in ihren Klassen zu bleiben, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die Ermittler sprachen von einer reinen Vorsichtsmaßnahme. Allerdings könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich der mutmaßliche Mörder des neunjährigen Jungen tatsächlich im Gebäude aufhalte.

Ein Passant will Marcel H. zuvor in der Nähe der Schule gesehen haben. Er alarmierte die Polizei. Etwa 30 Einsatzkräfte waren demnach im Einsatz. Nach Angaben der Polizei hat sich der Verdacht bislang nicht bestätigt. Die Absperrung der Schule solle auch dazu dienen, um Schüler und Eltern zu beruhigen.

Der Neunjährige war am Montagabend erstochen im Keller von Marcel H. gefunden worden. Seitdem wird nach dem 19-Jährigen gefahndet. Er hatte Bilder der Tat online verbreitet. Die Beamten warnten, der Verdächtige sei gefährlich und habe weitere Verbrechen angedeutet. Daher solle man ihn nicht ansprechen, sondern die Polizei rufen.

Die Ermittler gehen zudem Hinweisen auf ein mögliches weiteres Opfer nach. Am Dienstag hatte sich nach Polizeiangaben jemand in einem Internet-Chat als der flüchtige Mörder des Neunjährigen bezeichnet und beschrieben, wie er ein «120 kg Biest bekämpft» habe. «Sie leistete mehr Widerstand als das Kind», heißt es in dem von den Ermittlern veröffentlichten Chattext. Auch von Folter ist die Rede, angeblich um an Daten für Bank, Computer und Telefon zu kommen.a