SPD stellt ihren Oberbürgermeisterkandidaten den Medienvertretern vor

Dr. Friedrich Zeller tritt bei der OB-Wahl am 19. März 2017 in Memmingen an

Foto: Kees van Sursum

Beim Pressetermin der SPD im „Weissen Ross“ in der Salzstraße merkt man wie der Tod von Oberbürgermeister Markus Kennerknecht die Gespräche und Gefühle beherrscht. Doch trotz der Trauer und der Tragik muss das politische Alltagsleben weiter gehen und Memmingen muss geführt werden. Enge und knappe Fristen hat der Gesetzgeber festgelegt, wenn es um die Nachfolge eines Oberbürgermeisters geht. Bereits am Donnerstag, 26.01.2017, müssen die offiziellen Nominierungen der Kandidaten beim städtischen Wahlleiter verbindlich vorliegen. Bisher gibt es um das Amt des Memminger Oberbürgermeisters nur zwei Kandidaten – Manfred Schilder von der CSU und Dr. Friedrich Zeller von der SPD. Die Wahl zum Memminger Oberbürgermeister findet am 19. März 2017 statt.

Der 50-jährige Friedrich Zeller ist ein Rhetoriker, er versteht seine Sprache einzusetzen wie man es von einem Politiker erwartet. Er erzählt in der Pressekonferenz seinem Werdegang, seiner beruflichen Laufbahn und versucht auch so manches politische Missverständnis, was über ihn zu lesen ist, zu erklären. Aber er gesteht auch Fehler ein und er hat sich dafür entschuldigt bei den Betroffenen. Zum Thema IKEA-Ansiedlung hat er eine klare Meinung – IKEA muss nach Memmingen und man muss gemeinsam nach Kompromissen suchen. Auch das Klinikum Memmingen, mit Versorgungsstufe 2 mit über 500 Betten, sollte in Kommunaler Hand bleiben. Zum Thema „Freizeitbad/Hallenbad“ kann er noch nichts sagen, dafür war die Zeit zu knapp, um sich alle Memminger Thema genau anzuschauen. Denn seine Zusage als Kandidat liegt ja nur wenige Tage zurück. Er will gemeinsam mit dem Stadtparlament Memmingen voranbringen und dafür will er sich einsetzen.

Geboren wurde Friedrich Zeller am 1. April 1966 in Memmingen. Von 1976 bis 1986 ging er in Memmingen zur Schule, sein Abitur machte er am Bernhard-Strigel-Gymnasium. Nach einigen Auslandsreisen leistete er seinen Wehrdienst bei der Luftwaffe am Jagdbombergeschwader 34 in Memmingerberg. Danach begann er ein Studium der Politik- und Verwaltungswissenschaften an der Hochschule für Politik in München und an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer am Rhein. Das Studium schloss er mit der Promotion zum Dr. rer. pol. in den Fächern Politik, Volkswirtschaftslehre und öffentliche Recht an der Ludwig-Maximilians-Universität München ab.

Nach der Wende siedelte Friedrich Zeller nach Leipzig. Dort war er freiberuflich für die Friedrich-Ebert-Stiftung und den Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters der Stadt tätig. 1994 wurde er zum Stadtrat der Stadt Leipzig gewählt, dort war er unter anderem Mitglied im Fachausschuss Finanzen und Aufsichtsrat der Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH. 1996 kehrte Friedrich Zeller nach Bayern zurück. Von 1996 bis 2008 war er Erster Bürgermeister der Stadt Schongau am Lech und von 2008 bis 2014 Landrat des Landkreises Weilheim-Schongau. Seit 2014 arbeitet er als selbständiger Berater und Trainer sowie Lehrbeauftragter der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Hof und der Universität der Bundeswehr Neubiberg. Noch engagiert er sich stark ehrenamtlich unter anderem als Stadtrat in Schongau und als Kreisrat. Außerdem ist Zeller Mitglied im Landesvorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC).

Dr. Friedrich Zeller hat mit seiner Frau Birgit drei Kinder: Maximilian, Felix und Franziska. Die Ehefrau ist Volljuristin an der Krankenpflegeschule Weilheim/Schongau.

Der SPD-Oberbürgermeisterkandidat Dr. Friedrich Zeller möchte den Weg von Markus Kennerknecht weitergehen. Hierzu Dr. Hans-Martin Steiger, Vorsitzender SPD/FDP Stadtratsfraktion, „Mit Friedirch Zeller haben wir jemanden gefunden, der Kennerknecht sehr nahe war und ihn im letzten Jahr eng begleitet hat“.

Steiger weiter: „Der heute als Berater und Trainer tätige Dr. Friedrich Zeller ist hervorragend qualifiziert für das Amt eines Oberbürgermeisters einer kreisfreien Stadt wie Memmingen. Er verfügt über langjährige Berufserfahrung als kommunaler Spitzenbeamter, Aufsichtsratsvorsitzender und Dozent. So war er von 1966 bis 2008 erster Bürgermeister der oberbayrischen Stadt Schongau und danach sechs Jahre Landrat von Weilheim-Schongau. Dr. F. Zeller absolvierte ein Studium der Politik- und Verwaltungswissenschaften, der Volkswirtschaftslehre und des öffentlichen Rechts an der Hochschule für Politik München ,an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer am Rhein, sowie an der LMU München wo er promovierte zum Dr. rer. pol. Dr. Friedrich Zeller ist langjähriges SPD-Mitglied.

Friedrich Zeller ist kein Unbekannter in der Bayerischen Politikszene. Er weiß wie man kämpft und siegt. Zweimal gab es herbe Kritik wegen verbaler Ausrutscher. So soll er die Ärzte des Krankenhauses in Penzberg/Lech als „Deppen“ und „Ärsche“ bezeichnet haben. Hintergrund war offensichtlich eine Diskussion darüber, ob die Klinik verkauft werden soll. „Das war ein verbaler Ausrutscher, ganz klar“, sagt Dr. Zeller rückblickend in der Pressekonfernz. Doch seine Entschuldigungen seien damals angenommen worden, und damit ist der Fall für ihn abgeschlossen.

Zeller hat Markus Kennerknecht auch als Couch in der Wahlkampfphase betreut. Wohl nicht in Themen und Sachfragen, aber eben im Auftreten, Rhetorik und der damit verbundenen Außenwirkung. Die SPD greift nun nach dem tragischen Tod von Markus Kennerknecht auf seinen Former zurück.

Dr. Friedrich Zeller ist zwar ein gebürtiger Memminger, aber ist die letzten Jahre weit weg gewesen und verfolgte andere Ziele. Hier wird er im Stechen mit Manfred Schilder von der CSU einen Nachteil haben. Auf die Frage, was ihn von Gegenkandidaten, Manfred Schilder, unterscheidet bzw. ausmacht, antwortete er: „ Ich kenne Herrn Schilder nicht persönlich“, aber er ist ein erfahrener Mitstreiter. Dr. Zeller will seinen Gegenstreiter in den kommenden Tagen auf einen Kaffee in seinem Büro bei der IHK in Kempten besuchen.

Am 09. März 2017 wird die Memminger Zeitung wieder eine Podiumsdiskussion in der Memminger Stadthalle organisieren. Dazu haben beide Kandidaten bereits zugesagt.

Es wird ein kurzer Wahlkampf werden. Die Kandidaten haben wenig Zeit sich den Bürgerinnen und Bürgern zu präsentieren und zu überzeugen. Es dürfte eine interessante Wahl werden, mit hoffentlich einer hohen Wahlbeteiligung, denn es geht um Memmingen.