Appell in Äthiopien – Merkel warnt afrikanische Flüchtlinge vor falscher Hoffnung

Bundeskanzlerin Merkel in der Hauptstadt Äthiopiens, Addis Abeba. Präsident Hailemariam Desalegn begrüßt sie mit allen militärischen Ehren vor dem Präsidentenpalast. Foto: Michael Kappeler

Zum Abschluss ihrer Reise nach Niger, Mali und Äthiopien betont die Kanzlerin, dass Deutschland sich stärker für Afrika engagieren will. Das soll auch helfen, risikoreiche Fluchtversuche zu vermeiden.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor falschen Vorstellungen vieler Afrikaner bei einer Flucht über das Mittelmeer gewarnt und zugleich Europas Verantwortung für den Kontinent betont.

Au Revoir - Auf Wiedersehen: Ein Bild von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist in Niamey im Niger auf der Straße zum Flughafen plakatiert. Foto: Michael Kappeler
Au Revoir – Auf Wiedersehen: Ein Bild von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist in Niamey im Niger auf der Straße zum Flughafen plakatiert. Foto: Michael Kappeler

Oft nähmen besonders junge Menschen «einen lebensgefährlichen Weg in Kauf, ohne zu wissen, was sie erwartet und ob sie überhaupt bleiben können», sagte Merkel bei der Afrikanischen Union in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Das beste Rezept gegen Flucht und Terrorgefahr sei eine nachhaltige Entwicklung. Merkel sprach anlässlich der Eröffnung eines von Deutschland mit 30 Millionen Euro finanzierten Gebäudes für den Sicherheitsrat der Afrikanischen Union.

Die Kanzlerin bekräftigte, Afrikas Wohl sei im Interesse Deutschlands und Europas. Menschenhandel über das Mittelmeer müsse aufhören. «Wir können und dürfen nicht hinnehmen, dass Schlepperbanden mit dem Leben anderer spielen», sagte Merkel. Sie hob Bemühungen für eine Einheitsregierung in Libyen hervor, die auch ein Ansprechpartner Europas zur Eindämmung ungeregelter Migration wäre. Merkel würdigte, dass afrikanische Staaten trotz aller Entwicklungsprobleme den Großteil der Flüchtlinge auf dem Kontinent aufnehmen. Allein Äthiopien beherbergt nach Angaben von Ministerpräsident Hailemariam Desalegn fast 780 000 Menschen.