Erste Flüchtlinge aus Griechenland erreichen die Türkei

Illegale Migranten besteigen ein Boot im Hafen der griechischen Insel Lesbos. Das erste Schiff mit 138 Migranten an Bord lief anschließend ins türkische Dikili aus. Foto: Orestis Panagiotou

Trotz anhaltender Proteste sind die ersten illegal eingereisten Flüchtlinge und Migranten aus Griechenland in die Türkei zurückgebracht worden. In beiden Ländern gibt es Protest.

Als erstes wurden Migranten ausgewiesen, die keinen Asylantrag gestellt haben oder aus sicheren Drittstaaten kommen, wie der Sprecher weiter mitteilte. Foto: Orestis Panagiotou
Als erstes wurden Migranten ausgewiesen, die keinen Asylantrag gestellt haben oder aus sicheren Drittstaaten kommen, wie der Sprecher weiter mitteilte. Foto: Orestis Panagiotou

Zweieinhalb Wochen nach dem Flüchtlingspakt der EU mit der Regierung in Ankara sind die ersten Migranten von Griechenland aus in die Türkei zurückgeschickt worden. Ein erstes Schiff legte am Montag im Hafen des westtürkischen Küstenortes Dikili an, wie ein dpa-Reporter berichtete. Flüchtlinge mit jeweils ein bis zwei Taschen hätten das Boot in Richtung der Zelte verlassen, wo sie registriert werden sollten. Sie seien dabei von türkischen Beamten begleitet worden. Das zweite Schiff sei auf dem Weg in den Hafen.

Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete, bei den meisten zurückgeschickten Flüchtlingen habe es sich um Pakistaner gehandelt.

Nach Angaben des griechischen Krisenstabes waren 136 Migranten an Bord der beiden Schiffe aus Lesbos. Auf dem Weg in den Hafen von Dikili wurden sie von der türkischen Küstenwache begleitet. Über dem Hafen kreiste ein Polizeihubschrauber. Ein drittes Schiff mit 66 Migranten an Bord startete von der griechischen Ägäisinsel Chios in Richtung des gegenüberliegenden türkischen Ortes Cesme.

Daumen runter: Dieser Flüchtling zeigt, was er von seiner Rückführung in die Türkei hält. Foto: Tolga Bozoglu
Daumen runter: Dieser Flüchtling zeigt, was er von seiner Rückführung in die Türkei hält. Foto: Tolga Bozoglu

Am Hafen in Dikili entrollten einige Demonstranten ein Transparent mit der Aufschrift «Stoppt Abschiebungen». Zu Zwischenfällen kam es zunächst nicht.

Im «Hotspot» auf Lesbos begannen Flüchtlinge massenhaft Asylanträge zu stellen, um ihre Abschiebung hinauszuzögern. Von nun an gelte es, Asylanträge zu bearbeiten, bevor weitere Migranten in die Türkei zurückgeschickt werden könnten, sagte die Chefin der für Migration zuständigen Abteilung der griechischen Polizei, Zacharoula Tsirigoti.

Aus Kreisen der europäischen Grenzschutzagentur Frontex auf Lesbos hieß es, wegen der Antragsflut sei es nun umso wichtiger, dass zügig Asylexperten aus anderen europäischen Ländern nach Griechenland entsandt würden.