Memmingen – Gewalt gegen Polizisten – Das Spiel der Zahlen

Mit Statistiken ist es immer so eine Sache, man erfasst Zahlen, rechnet sie vielleicht noch hoch, setzt sie ins Verhältnis, damit sie vergleichbar sind – so auch geschehen beim Thema „Gewalt gegen Polizisten in Memmingen“. Wir haben (hier) am ausführlich darüber berichtet.

Die Redaktion hat sich die Zahlen noch einmal angeschaut, aber nur für Memmingen und das Unterallgäu.

Für Memmingen sind die Zahlen in den Jahren 2011 (70 Vorfälle), 2012 (73), 2013 (63) und 2014 (91).

Im Landkreis Unterallgäu waren es 2011 (13), 2012 (17), 2013 (18) und 2014 (17 Vorfälle). Für das Jahr 2015 ist der Trend so, dass die Vorfälle im Stadtgebiet Memmingen rückläufig sind, eine genaue Zahl kann das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West derzeit nicht nennen. Im Landkreis Unterallgäu steigt die Zahl 2015 jedoch an.

Klar dürfte jedem sein, dass jeder Fall von körperlicher Gewalt gegen Polizisten, einer zuviel ist. Unter die Erfassung der Anzahl der Vorfälle fallen Beleidigung von Polizeibeamten, das Bespucken, Beißen, Treten und Schlagen. Eine Aufschlüsselung wie sich in Memmingen die 91 Vorfälle aus 2014 auf die einzelnen Taten verteilen gibt es leider nicht.

Verantwortliche der Polizei forderten Maßnahmen von der Stadtverwaltung. Auch in der Stadt Augsburg hatte die Polizei von der Stadt gefordert die Sperrzeiten der Lokale wieder zu verändern. Der Stadtrat hat den Antrag abgelehnt und will die Zahlenentwicklung weiter beobachten.

Auch in Memmingen würde man gut daran tun, sich die 91 Fälle mal etwas genauer anzuschauen und zu prüfen. Der Landtagsabgeordnete Klaus Holetschek (CSU) forderte am 02.03.2016 in der Memminger Zeitung mehr Polizeibeamte für die Stadt und die Behandlung der Thematik im Memminger Stadtrat.

Übrigens hat die Redaktion die Anfrage an das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West noch mit einer weiteren Frage ergänzt – „Wie viele Anzeigen gab es in den Jahren 2011, 2012, 2013, 2014 und 2015 in Memmingen gegen Polizeibeamte?“ – diese Frage wurde bisher durch das Präsidium nicht beantwortet.